Freitag, 20. Januar 2017

Welt im Umbruch

Bereits Monate vor der anstehenden Bundestagswahl im Herbst 2017 stößt der Bundeswahlleiter kräftig ins Horn. Er befürchtet ominöse Hackerangriffe Vladimir Putins Russlands und fordert bessere Sicherheitsmaßnahmen. Damit Ergebnisse nicht manipuliert werden können, wären aus seiner Sicht auch die Nutzung altbewährter Mittel für die Datenübertragung der Auszählungsergebnisse möglich, wie Telefon oder Telefax. Sicher, möglich wären auch Meldereiter. Aber könnten die nicht von einem herumstreifenden Donsker Kosakenschwarm abgefangen werden?

Hintergrund der Besorgnis des Bundeswahlleiters sind die angeblichen Hackerangriffe auf die US-Wahlen. Doch dass es im Wahlkampf überhaupt Manipulationen seitens der russischen Dienste FSB [Inlandsnachrichtendienst] und GRU [Militäraufklärungsdienst] gab, beruht lediglich auf der Aussage der Konkurrenz: der US-Nachrichtendienste. Beweise wurden der Öffentlichkeit bislang nicht vorgelegt. Es wird auch nichts darüber berichtet, wie und was da genau angeblich manipuliert wurde. Herr Röttgen von der CDU findet die Anschuldigungen korrekt, weil alle 16 US-Dienste sie verbreiten. Nun gut, dazu muss man wissen, dass diese Dienste arbeitsteilig agieren und nicht alle am selben Vorgang arbeiten. Allen gemein ist lediglich der Wunsch, den neuen US-Präsidenten Trump von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen, da dieser gewisse Zweifel hegt.

Doch gehen wir mal einfach so in einem Szenario von einer tatsächlichen Manipulation aus. Dabei ist zuerst zu beachten, dass es in den USA während des Wahlkampfs zwei in der Bevölkerung gleichermaßen unbeliebte Kandidaten gab, die sich ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten. Logischerweise würde bei einem erwarteten knappen Ausgang das Pushen eines der beiden Kandidaten - nämlich des genehmeren - einen gewissen Sinn ergeben.

Anders in Deutschland. Selbst wenn FSB und GRU einen Frontalangriff auf die deutsche Bundestagswahl in Erwägung zögen, stellte sich eine einzige wesentliche Frage: Zu wessen Gunsten sollte manipuliert werden? Wäre denn das deutsch-russische Verhältnis unter einem Bundeskanzler Gabriel oder Schulz anders als unter einer Bundeskanzlerin Merkel? Beliebt in Russland ist gerade mal Frau Wagenknecht, aber deren Partei müsste dann von 9 auf 49 Prozent hochmanipuliert werden. Und das fiele nun wirklich auf.

Welchen Sinn hätte also eine Manipulation? Keinen. Daher kann ich die Sorgen des Bundeswahlleiters nicht nachvollziehen. Aber seine Statements passen in die gegenwärtige peinliche Serie des deutschen Beschusses in alle nicht-europäische Richtungen. Lauscht man den Worten der deutschen Politik und Medien, geht nicht mehr nur ein Gespenst um in Europa, sondern zwei: «Verbrecher» Putin und «Hassprediger» Trump.

Dabei ist es bei nur einem Gespenst geblieben. Und dieses sagt: «Es geht so nicht mehr weiter!» Die Welt ist im Wandel und das Alte Europa hält nicht länger Schritt. Und so habe ich meinen Ordner «Weltgeschehen» bereits vorsorglich umbenannt. In «Welt im Umbruch». Wir werden sehen, wie es weitergeht. Vielleicht ist es tatsächlich an der Zeit, sich wieder häufiger zu Wort zu melden.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Resilienz

Die Italiener haben bereits mehrere verheerende Erdbeben überstanden. Dieses Mal ist es ein bisschen anders - der Winter spielt mit und mit dem Winter kommt dieses katastrophenerprobte Volk eher weniger klar. Vier Erdstöße, unabhängig voneinander innerhalb von weniger als 24 Stunden, über Stärke 5 der Richterskala gab es gestern am 18. Januar. Dazu kommt eine verheerende Wetterlage seit Tagen schon: Neuschnee mit bis zu über zwei Metern, Temperaturen, an die man nicht gewöhnt ist, vor allem, wenn dabei auch noch Strom, Gas und Wasser ausfallen. Derzeit sind in den Erdbebengebieten Mittelitaliens, also den Südmarken, den Abruzzen, dem Latium, an die 82.000 Haushalte ohne Strom und teils auch ohne Heizung und Wasser.
In Deutschland stößt man derweil eine Debatte über ein Holocaustmahnmal und die angebliche Nazisprech-Vokabel "Volk" an.
Luxusprobleme.
Mittelitalien ist "in ginocchio" - wie man hier bildsprachlich sagt.
Wir liegen auf Knien.

Gut drei Jahre früher

Ich gehöre gewiss nicht zu den Menschen, die in Suchmaschinen nach sich selbst suchen. Doch beim Versuch, einen meiner eigenen Beiträge schnell wiederzufinden, ohne mir die Augen zu verbiegen, habe ich es eben dann doch getan. Dabei stieß ich u.a. auf folgenden Link der Helmut-Schmidt-Universität, also der Hamburger Bundeswehrhochschule:

https://www.hsu-hh.de/download-1.5.1.php?brick_id=edS05ArT8eiF5zjf

In einer Übersicht über deutsche außen- und sicherheitspolitische Blogs vom 14.10.2013 fand ich zu meinem Erstaunen auch mein Blog «Steppensturm» aufgeführt. Das empfinde ich dann doch als - sogar freudige - Überraschung. Und dabei musste ich mich früher so oft beschimpfen lassen, weil ich ja angeblich von rein gar nix den Hauch einer Ahnung hätte. Leute, schafft es doch erst mal selbst auf eine Hochschulliste :-D

Nur ein Märchen

Die Lügen der Lügenpresse sind gewiss kein Erfindungen der Neuzeit. Schon vor Jahrhunderten verkauften gerissene Nachrichtenerfinder nichts als Märchen. Doch weiß heute jede Frau und jeder Mann im Volke, dass der König der Frösche auch nur ein Frosch ist und kein verwunschener Prinz. Wer trotzdem Frösche küsst, ist eklig.

Doch heute geht es um eine andere Lügengeschichte. Verbreitet wurde dermaleinst von den hochköniglichen Regierungskanzleien, dass jeder Ritter, der eine Prinzessin aus der Gewalt eines finsteren Drachen errettet, deren Hand und das halbe Königreich bekäme. Alles Unsinn. Eine Erfindung der Lügenpresse, um die Ritter bei Laune zu halten und das Volk zufrieden zu stimmen. Nun die Wahrheit:

Zwar hatte mal ein Drache eine Prinzessin entführt, aber ihr tapferer Retter bekam weder ihre Hand noch ein halbes Königreich. Sondern eine Anzeige wegen der schweren Verletzung des Tierschutzgesetzes und die Auflage zur Teilnahme an einem Anti-Sexismus-Seminar (ASS). Dort lernte er, dass eine emanzipierte Prinzessin sich niemals nicht von einem Drachen entführen lässt, sondern ihm höchstens aus Mitgefühl einen kleinen Teil ihrer Aufmerksamkeit schenkt. Die befreite Prinzessin heiratete indessen einen feigen, aber reichen Prinzen.

Der Ritter zog vor Gericht und wollte sein halbes Königreich einklagen. Doch seitens des Obersten Gerichtshofs der 7.823 Regenten der 27 vereinigten Königreiche bekam er zur Antwort, die Unverletzbarkeit der Grenzen würde Gebietsabtretungen an Ritter verbieten. Desillusioniert verließ der Ritter das Land und kehrte nimmermehr zurück.

Als eines Tages ein fieser Dracher über ganze Scharen von Prinzessinnen herfiel und ihnen Gewalt tat, waren keine tapferen Mannen mehr vorhanden, um die Prinzessinnen zu verteidigen. Die tapferen, aber armen Ritter waren ausgewandert, die feigen, aber reichen Prinzen hatten sich in den Hobbykellern ihrer Schlösser verkrochen und die 7.823 Regenten der 27 Königreiche erklärten als Allheilmittel die Teilnahme an einem ASS zur Menschenpflicht.

So war das damals. Doch nun, liebe Kinder, schlaft recht fein, dann erzählt der nette Märchenonkel Taras vielleicht demnächst eine weitere Geschichte ...

Fake-News

Vor einigen Tagen sollte erstmals nach Jahren ein Zug aus Serbien in die mehrheitlich von Serben bewohnte Region Mitrovica im Kosovo fahren. Auch deutsche Medien berichteten davon. Ich habe zwei kurze Meldungen zu diesem Thema gelesen und mir fiel sofort auf, dass sie sich teilweise widersprachen.

In Meldung 1 hieß es, der Zug sei von flugs an die Grenze beorderten Angehörigen der Kosovo-Sonderpolizei gestoppt worden. [Quelle: RTL]

In Meldung 2 hieß es dagegen, der serbische Ministerpräsident Vucic habe den Zug vor dem Passieren der Grenze anhalten lassen. [Quelle: ZDF]

Nun, ich könnte jetzt meine - nicht in Deutschland, sondern in Serbien und im nördlichen Kosovo lebenden! - serbischen Freunde fragen. Dann wüsste ich ganz genau, welche der beiden Meldungen im Detail richtig und welche unrichtig war. Leider gibt es auch Menschen, die sich anmaßen, dies aus der Entfernung zu entscheiden. Einige davon nennen sich sogar Journalist.

Mich würde nun aber brennend interessieren, wer künftig entscheidet, wobei es sich um eine falsche Nachricht handelt und wobei nicht. Entscheiden es die Sachkundigen? Die Betroffenen und Beteiligten? Die Zeugen vor Ort? Heiko Maas oder Anetta Kahane? Lassen wir uns überraschen. Ein Wahrheitsministerium wird es nicht sein, denn es gibt keines. Oder doch?!

PS 1 - Ich hätte nie gedacht, dass der Bahnverkehr zwischen Belgrad und Mitrovica von überregionaler Bedeutung ist!

PS 2 - Beinahe hätte ich «Maaß» statt «Maas» geschrieben. Wäre das schon eine Fake-News?

Obamas Vermächtnis

In Deutschland ist die Obama-Euphorie noch immer ungebrochen. Mehr als 90 Prozent der Deutschen hätten in damals gewählt. Ebenso viele, wie Hillary Clinton gewählt hätten. Nicht, dass die Deutschen ihn oder sie so gut kennen. Nein, Obama ist schwarz und Clinton eine Frau. Das reicht. Weshalb im Rahmen solcher Überlegungen Morgan Freeman und Megan Fox so schnöde übergangen wurden, entzieht sich meiner Kenntnis. Doch was hat er nun bewirkt, der erste schwarze US-Präsident? Eine kurze Zusammenfassung:

Wirtschaft und Arbeit
Die wirtschaftliche Talfahrt der USA konnte auch Obama nicht stoppen. Einstige Hochburgen der Industrialisierung stehen heute am Rand ihrer Existenz. Sie sind von Verwerfungen betroffen oder davon bedroht. Die Arbeitslosenquote ist offiziell gesunken. Aber die Masse der neuen Jobs sind weder krisen- noch armutsfest. Die Preissteigerung übertrifft bei weitem die realen Lohnsteigerungen. Die mit solchen Jobs versehenen Amerikaner sind nicht besser dran als zuvor.
Fazit: Niederlage

Krankenversicherung
Vor «Obamacare» gab es etwa 60 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung, heute sind es 20 Millionen weniger. Der Präsident vergaß, die Amerikaner mitzunehmen und verprellte bei der Einführung der Versicherung wichtige Partner. So nötigte er bspw. der katholischen Kirche die Finanzierung von Abtreibungen für ihre Angestellten auf. Die Kirche, zuerst Unterstützerin der Reformen, sprang daraufhin ab. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die Versicherung wieder abgeschafft wird.
Fazit: Niederlage

Schusswaffen
Obama konnte die Widerstände der Waffenlobby nicht brechen oder auch nur besänftigen. Allein die Annahme, der Präsident könnte die Möglichkeiten für den Erwerb oder den Besitz von Schusswaffen verbieten oder drastisch einschränken, führte zu steigenden Verkaufszahlen. Unter Obama rüsteten die Bürger nicht ab, sondern auf. Die Zahl der von privater Schusswaffeneinwirkung Getöteten stieg an.
Fazit: Niederlage

Krisenherde
Es gibt nicht weniger Krisenherde als während der Bush-Administration, sondern mehr. Unter der Regie des Friedensnobelpreisträgers gab es eine nahezu zwanghafte Neigung zur Herbeiführung von Regimewechseln. Allesamt endeten sie in Anarchie und Bürgerkrieg, von Libyen bis in die Ukraine. Das wohl gehütete Bündnis mit Israel bekam unter Obama tiefe Risse. Der Präsident war völlig außerstande, seinen verursachten Scherbenhaufen zu beseitigen. Zwar wurden die US-Truppen in Afghanistan und im Irak stark reduziert, was den damaligen Befindlichkeiten der Amerikaner entsprach, doch eine der wesentlichen Folgen ist die Erstarkung einer einst winzigen Terrorgruppe namens «Islamischer Staat». Auch die Taliban sind nach wie vor militärisch ungeschlagen. Stattdessen sind die flächendeckende Überwachung des Globus und der Drohnenkrieg ausgeufert. Heute haben die Geheimdienste die Rolle des Militärs übernommen.
Fazit: katastrophale Niederlage

Homo-Ehe
Am Ende der Präsidentschaft Obamas ist in allen 50 US-Bundesstaaten die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt. Selbst die Generalität als Hüter der Traditionen musste einlenken und die bis dahin in den Streitkräften übliche Praxis «Nicht fragen, nichts sagen» aufgeben.
Fazit: einziger Sieg

Erwähnt werden kann darüber hinaus, dass es den ethnischen Minderheiten unter Obama keineswegs besser geht als unter seinen Vorgängern. Im Grunde genommen erlebten die Amerikaner das Gleiche wie heute die Deutschen und Europäer: Eine kaum pragmatische, sondern emotionsgeladene Politik, in der ein ständiges Wiederholen hübscher Phrasen die Probleme der Menschen unter den Tisch fegt und damit deren Lösung verhindert.

Auch «Deutschland geht es gut», höre ich immer wieder. Nun, dann kenne ich hierzulande eine ganze Reihe von Leuten, die nicht «Deutschland» sind. Gut geht es vor allem denen, die noch heute ob Clintons Niederlage weinen - weil sie es sich leisten können und keine anderen Sorgen haben; Menschen, die für den erwerbslosen Stahlwerker in Pennsylvania oder die mies bezahlte Halbtagsserviererin in Chicago keinerlei Verständnis aufbringen.

Dienstag, 24. Mai 2016

Evgeniy der Märtyrer

Evgeniy Aleksandrovich Rodyonov wurde am 23. Mai 1977 im Dorf Chirirley, Bezirk Kusnezk, Region Penza, geboren. Heute wäre sein 39. Geburtstag. Doch sein 19. Geburtstag wurde zugleich zum Tag seines brutalen Todes. Evgeniy starb am 23. Mai 1996 in der Nähe des Dorfes Bamut in Tschetschenien.

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Foto: Evgeniy Rodyonov

Der junge Mann gehörte den Grenztruppen der Russischen Föderation an. In der Zeit des 1. Tschetschenienkrieges geriet er mit drei Kameraden in Gefangenschaft der islamistischen Aufständischen. Er verbrachte eine lange Zeit als Gefangener, wurde schwer gefoltert. Das Angebot, durch den Übertritt zum Islam seine Freiheit wiederzuerlangen, lehnte er ab. Auch weigerte er sich, sein Kruzifix abzulegen. Dafür wurde er enthauptet. Seine Mutter erfuhr den Ort, an dem man den kopflosen Leichnam verscharrt hatte, nur gegen eine Geldzahlung an die Islamisten.

Evgeniy wurde postum mit dem Tapferkeitsorden der Russischen Streitkräfte ausgezeichnet. Für viele Russen ist Evgeniy ein Symbol für Mut, Ehre und Loyalität, in seiner Heimatdiözese wird er inoffiziell als lokaler Heiliger verehrt.

Ruhe in Frieden, Evgeniy.
Das Blut deines Martyriums bezeugt Seine Herrlichkeit.

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Montag, 23. Mai 2016

Es ist nicht schlimm, im Mai zu sterben

Heute ist für mich ein schmerzlicher Tag. Es ist der erste Todestag des neurussischen Feldkommandeurs Aleksey Borisovich Mozgovoy, meines Bruders im Glauben und Geiste.

Zur Erinnerung zwei Beiträge von diesem Blog ...
http://sirko.twoday.net/stories/aleksei-mozgovoy-rebell-und-visionaer/
http://sirko.twoday.net/stories/fuerchte-nicht-um-deine-haut/

Zwischenablage.jpg
Alekseys Grabmal - auf der Rückseite sein Leitspruch: Fürchte nicht um deine Haut - fürchte um deine Ehre.

Ewige Erinnerung!

stgeorgsband
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Es ist nicht schlimm, im Mai zu sterben.
Macht dem Totengräber keine Qual.
Man hört der Nachtigallen Werben,
so wunderschön, ein letztes Mal.

Des Maiens erste Stürme fegen
hinweg über stille Beerdigungen.
Mit Tränen mischt sich der fallende Regen,
spült hinweg die schlimmen Erinnerungen.

Die Grabeshügel, sonst doch so öd,
wird der grüne Rasen säumen.
Vielleicht ein kleines Kreuzchen steht
unter alten Birkenbäumen.

Raschelnde Blätter im Winde verweht,
ganz leise. Sie sagen: Nun ist es vollbracht.
Des Grases Grün noch längst nicht vergeht.
Der Frühling ist eben erst wiedererwacht.

Es ist nicht schlimm, im Mai zu sterben.
In lauen, hellen Frühlingstagen
das ewige Leben mag ich erwerben,
auch wenn noch viele Zweifel nagen.

Es ist nicht schlimm, im Mai zu sterben.

Nach Aleksey Borisovich Mozgovoy

Sonntag, 15. Mai 2016

1944: Auch das ist Wahrheit, liebe Jamala

«Als weiteren Verband aus Freiwilligen sogenannten Orient-Völker wurde 1944 die Waffen-Gebirgs-Brigade der SS (tatarische Nr.1) gebildet. Ihr Anfänge gehen auf den Januar 1942 zurück.

Auf die Initiative des Führers der Einsatzgruppe D des SD, SS-Oberführer Otto Ohlendorf, gelang es, viele der kollaborationswilligen Krimtataren, die schon in der Anfangsphase der Besetzung der Krim für Spitzelaufgaben herangezogen wurden, für die eigenen Zwecke und die der personell arg gebeutelten 11. Armee zu gewinnen.

Nach einer am 3. Januar 1942 von Ohlendorf einberufenen – und von der Heeres- wie Armeeführung abgesegneten - Versammlung vermochte die Einsatzgruppenführung tatarische Hilfswilligenverbände für SS- und Polizei sowie für die Armee aufzustellen, die in erster Linie zur Sicherung der rückwärtigen Linien und als Späher Verwendung finden sollten. Es meldeten sich 9.255 Krimtartaren – 7.623 mehr, als bewaffnet werden konnten. Etliche Hundert von ihnen wurden den Kommandos der Einsatzgruppe D als Hilfswillige eingegliedert.

Im Gegenzug erhielten die Tataren unkonkrete Versprechungen und die vage Zusage, dass sie nicht – wie z.B. Russen oder Ukrainer- die Krim auf höheren Befehl verlassen mussten. Die so zur Bekämpfung sowjetischer Partisanen geworbenen krimtatarische Freiwilligeneinheiten bildeten zuerst Selbstschutz-Kompanien und später acht Schutzmannschafts-Bataillone.

Bei einer Bevölkerungszahl von unter 300.000 Krimtürken (Anm.: andere Bezeichnung für Krimtataren) stellte diese Volksgruppe mit 20.000 Kämpfern einen Großteil ihrer wehrfähigen Jugend in den Dienst der Deutschen, ein eindrucksvolles ‹Vertrauensvotum des krimtatarischen Volkes›!

Nachdem die Krim im November 1943 durch den sowjetischen Vormarsch abgeschnitten und auf Hitlers Befehl geräumt werden durfte, ging sie bis zum 13.Mai 1944 durch sowjetische Angriffe endgültig verloren.»

Auszug ‹Lexikon der Wehrmacht›

Die SS-Einsatzgruppen dienten übrigens der Vernichtung besonderer Personengruppen: Juden, Kommunisten, Politoffiziere usw. Erwähnenswert ist auch der Umstand, dass der Kommandeur des Krimtatarenbataillons im Donbass ein früherer Führungskader der Terrormiliz IS ist.

Freitag, 13. Mai 2016

Zitat des Monats

«Ich will dir zeigen, was den großen Herren mangelt, und was denen fehlt, die alles besitzen: Einer, der ihnen die Wahrheit sagt.» Lucius Annaeus Seneca

Mut zur Wahrheit

Jüngst berichteten die Medien von einem Vorfall im bayerischen Grafing. Ein Mann, dem der Vorname ‹Paul› gegeben wurde, hatte auf vier Menschen eingestochen und einen davon getötet. Dabei habe er Aussagen getätigt, die auf eine politisch motivierte Tat hindeuten könnten. Soweit erste Darstellungen. Tatsächlich hat der Täter keinen europäischen Vornamen und die ‹politischen Aussagen› lauteten schlicht: «Allahu akbar.»

Man fragt sich einmal mehr, worin man die Hintergründe für solche Informationszerrbilder zu suchen hat. Ist es nicht besser zu schweigen, wenn man sich ohnehin um die Darstellung der Tatsächlichkeit eines Geschehens herumdrücken möchte? Ist die Angst vor dem Auseinanderdriften einer ohnehin brüchig gewordenen Gesellschaft mittlerweile weit größer als der Mut zur Wahrheit geworden?

Berichte wie diese lassen erkennen, dass es weder Verschwörungstheorien noch Alu-Hüte bedarf, um sich Fragen zu stellen. Mehr und mehr vertieft sich der Eindruck, den Bürgern würde nicht die Wahrheit gesagt, bestimmte Fehlentwicklungen würden beschönigt und Kritiker verunglimpft.

Richtig ist wohl, dass sich ein aufeinander eingespieltes Establishment immer weiter von der Normalbevölkerung entfernt. Dieses Establishment umfasst die Altparteien, den Staat, die Medien, die Verbände. Auch die Kirchen, womit wir gleich zu einem anderen Thema kommen. Eine wachsende Zahl von Menschen sieht dieses Establishment zunehmend sehr kritisch. Es ist eine Ohnmachtsituation spürbar, ein gefühlter Zustand, isoliert einem meinungsbildenden und -durchsetzenden Moloch gegenüberzustehen, der jede Kritik an den Etablierten zu ersticken droht. Das Schlagwort lautet: Alternativlosigkeit. Die Waffen: Vorwurf des Rechtspopulismus, der mangelnden Empathie und gar der Verfassungsfeindlichkeit.

Doch zu den Kirchen: In der Vergangenheit tauchten sporadisch Medienberichte auf, nach denen in Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge Nicht-Muslime von Muslimen drangsaliert, bedroht und angegriffen wurden. Nun haben mehrere Verbände, darunter ‹Kirche in Not›, ‹open doors› und die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, in einer Befragung etliche Daten erhoben, mit dem Ergebnis, dass etwa 40.000 Christen von solchen o.g. Missständen betroffen sind. Ob diese Zahl nun korrekt ist, oder ob es 30.000 oder 50.000 Betroffene sind, ist weniger bedeutsam als die Reaktion der Amtskirchen: Zweifel und Beschwichtigung.

Dass die christlichen Kirchen die demokratische Grundordnung achten und wahren, ist gut und richtig. Doch wenn zwischen den Statements politischer und kirchlicher Amtsträger keinerlei Unterschied mehr erkennbar ist, wird es fatal. Um es deutlich auszusprechen: Für eine christliche Religionsgemeinschaft steht Gott im Zentrum, nicht der Gläubige. Schon gar nicht der Anders- oder Nichtgläubige. Christus kann nicht der ‹stumme Absegnende› jedweder ‹alternativloser› Plattitüde sein. Schon gar nicht das Pushen anderer Religionen kann als Sinn und Zweck einer Kirche gelten.

Weltweit ist der Islam auf dem Vormarsch. Und es gibt kaum ein islamisches Land, in dem Nicht-Muslime nicht mindestens unter Diskriminierung und Deklassierung leiden müssen. Abgesehen von ein paar betrübten Worten sehen hierzulande die Amtskirchen darüber hinweg, um den Zusammenhalt einer kunterbunten Gesellschaft herbeizureden, die für die Mehrheit der Bevölkerung sowieso nur auf dem Papier steht und nicht wirklich gelebt wird. Und kaum jemand kann nachvollziehen, weshalb Verfolgte und Verfolger gleichermaßen willkommen sein sollen.

Findet eine Islamisierung statt? Dazu muss verstehen lernen: Eine Terrorarmee in der Größenordnung des ‹Islamischen Staates› existiert nicht allein durch die Furcht der Friedfertigen vor durchgeknallten Bewaffneten. Sie funktioniert nicht ohne die Unterstützung nicht-militanter Gleichgesinnter, denen der gewaltbereite Islamist insgeheim näher ist als der ‹dekadente Ungläubige› es jemals sein wird. Islamisierung findet nicht in den Vorgärten privilegierter Wohngegenden der deutschen Bildungsbürger statt, sondern dort, wo der Staat nicht mehr genügend Präsenz zeigt, wo selbst ein radikaler ‹Gottesstaat› als gerechter empfunden wird als das demokratische Staatswesen. Zugleich muss die globale Entwicklung betrachtet werden.

All das geschieht derzeit kaum. An die Stelle der Realpolitik treten Slogans, wie «Wir schaffen das!» oder «Der Islam gehört zu Deutschland!» Doch aktuell sagen 60 Prozent der Bevölkerung das Gegenteil. Ebenso viele sagen aus, außerhalb der Arbeitswelt keine Muslime zum privaten Bekanntenkreis zu zählen.

Finden diese Menschen aber Gehör? Werden sie mit ihren Sorgen wahrgenommen? Gar ernstgenommen? Eher nicht. Daher kann ihrerseits JEDE Alternative als Ausweg aus der Misere gesehen werden, selbst wenn sie die Situation verschärfen würde. Es ist kein Rechtsruck, den wir gerade erleben, sondern eine um sich greifende Ablehnung der etablierten Kreise, von denen die Nicht-Etablierten schlicht nichts mehr erwarten. Nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa und selbst in den USA, wo ein Donald Trump zum Wahlfavoriten wird und ein Bernie Sanders durch seltsame Unregelmäßigkeiten gebremst werden muss.

Die Etablierten müssen begreifen: Wenn sie nicht den Mut aufbringen, Missstände klar zu benennen, anstatt die Gegebenheiten schönzureden, wenn sie nicht die Einzigartigkeiten der diversen kulturellen und nationalen Hintergründe der verschiedenen Völker Europas zu berücksichtigen verstehen, dann kann ihr fragiles Kunstgebilde jederzeit wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

60 Prozent

In jüngsten Meinungsumfragen in Deutschland demonstriert die Mehrheit der Befragten, dass sie mit den Ansichten der Politik, der Medien und des übrigen Establishments nicht konform geht.

1. Exakt 60 Prozent der Befragten wünschen sich bessere Beziehungen zu Russland.

2. Ebenfalls exakt 60 Prozent der Befragten sehen den Islam nicht als einen Teil Deutschlands.

Die veröffentlichte Meinung ist eben nicht immer identisch mit der öffentlichen Meinung ...

Für alle ‹Hinterfrager› die Quellen (bitte selber googeln):
1. ZDF-Politbarometer
2. Infratest dimap

Tag des Sieges - und der Schande

Die jüngsten Gespräche über die Situation im Donbass auf der Ebene der Außenminister - Teilnehmer waren Russland, die Ukraine, Deutschland und Frankreich - brachten keine Ergebnisse. Wie auch?

Eine Episode von den traditionellen Feierlichkeiten anlässlich des Tag des Sieges über den Hitlerfaschismus am 9. Mai aus Kiew: Auch hier werden von pro-russisch eingestellten Menschen nach wie vor die Opfer des Faschismus gewürdigt. Dabei wurden eine junge Mutter und ihre Tochter vor den Augen zahlreicher ukrainischer Sicherheitskräfte angegriffen. Ein junger Mann - nach eigenen Angaben ein Donbass-Freischärler und Enkel eines Angehörigen der Waffen-Division der SS ‹Galizien› - störte sich am St-Georgsband des Mädchens.

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Die Opfer

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Die Tat und die Zuschauer

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Der Täter (rot eingekreist) und dessen Gesinnung

Ja, doch, die neudeutsche Außenpolitik kann stolz auf sich sein. Im eigenen Land paktiert man mit Linksextremisten und Deutschlandhassern, in Syrien mit ‹moderaten› Dschihadisten und Nationalisten, in der Ukraine mit Neofaschisten. Und zu allem Überfluss rücken deutsche Truppen in die russische Peripherie vor.

Was will man da für Ergebnisse im Donbass erwarten? Vielleicht sollte man den Konfliktparteien einfach mal NEUTRALE Vermittler zur Seite stellen!

Für alle, die noch unterscheiden können: Der schönste Marschblock aller Zeiten während der Siegesparade am 9. Mai 2016 in Moskau:

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Люблю!

Montag, 2. Mai 2016

Zum Gedenken

an die Opfer von Odessa!

odessa.jpg

Die Namen, soweit bekannt:

Kristina Beshanitskaya
Vadim Papura
Viktor Gunn
Viktor Bullakh
Gennadiy Kushnaryov
Vladimir Novitskiy
Aleksey Balaban
Leonid Berezovskiy
Inna Lomakina
Aleksandr Konanov
Evgeniy Losinskiy
Aleksandr Sadovnikhiy
Dmitriy Nikityuk
Gennadiy Petrov
Igor Zayats
Igor Lukas
Aleksandr Shulkov
Michail Scherbinin
Aleksandr Priymak
Vadim Negaturov
Alla Polulyakh
Nikolay Kovriga
Vladimir Brygar
Maksim Nikitenko
Yuriy Karasyov
Andrey Gnatenko
Pyotr Kair
Igor Ostroschnyuk
Irina Yakovenko
Nikolay Yavorskiy
Sergey Mischin
Vyacheslav Markin
Sergey Kostyukhin
Andrey Brashchevskiy
Anna Verenikina
Evgeniy Mitchik
Anatoliy Kalin

Besonderer Dank an Yana B., Natalya M. und Oleg B.

Steppensturm

Taras Sirkos Schreibstube!

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GESPRÄCHE

Ich erbitte
für Italien und die Italiener den Segen und Beistand...
Taras Sirko - 20. Jan, 14:55
... aber nein ;-)
... aber nein ;-)
Taras Sirko - 19. Jan, 19:42
Und du bist in bester...
Und du bist in bester Gesellschaft, überwiegend....
ElsaLaska - 19. Jan, 19:04
Der
bekommt nur erhöhten Speichelfluss, wenn er über...
Taras Sirko - 13. Mai, 14:16

SAVE THE DONBASS


Bären sind für Frieden und Menschlichkeit! Wider den Faschismus!

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