Freitag, 19. Dezember 2014

Ist ja irre!

Folge 2.838.281

Wer da behauptet, es gäbe keinen Weihnachtsmann, hat sich gefälligst zu entschuldigen. Denn der Weihnachtsmann ist der Sinn des Weihnachtsfestes - zumindest im englischen Stalham.

Link: SPON (echt jetzt)

Also, falls euch mal jemand fragt: Das Weihnachtsfest gibt es wegen dem Weihnachtsmann. Alles andere könnte Ärger einbringen.

Kronkolonie Deutschland?

Der deutsche (!) Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Bundesrepublik Deutschland ein kalifornisches (!) Gerichtsurteil umzusetzen hat, nach dem zwei homosexuelle Männer aus der deutschen (!) Bundeshauptstadt Berlin als Eltern eines Kindes zu akzeptieren sind. Gemäß des kalifornischen Urteils hat die beteiligte Leihmutter keinerlei Elternrechte inne. Eine Eizellenspenderin war übrigens als Dritte involviert, während einer der Elternteile überhaupt keinen Anteil hat. Aus normaler Sicht

- können zwei Männer eigentlich nicht gemeinsame Eltern eines Kindes sein
- öffnet man nunmehr die Tür zur hierzulande verbotenen Leihmutterschaft
- hat Deutschland eigene Gesetze und Gerichte und gehört nicht zu Kalifornien

Aber es ist nicht weiter erstaunlich, da es in der Welt ohnehin immer unnormaler zugeht. Ein Tag ohne irgendwelche Abstraktheiten scheint ein politisch und juristisch verlorener Tag zu sein ...

Donnerstag, 18. Dezember 2014

Aleksei Mozgovoy - Rebell und Visionär

Seit dem Beginn der Ukraine-Krise im Winter 2013/14 ist der Kiewer Euromaidan in aller Munde. Dass es daneben einen Antimaidan gab, ist weit weniger bekannt geworden. Letzterer war nur einige Häuserblocks von seinem Gegenpart entfernt. Hier trafen die Unterstützer des ukrainischen Präsidenten Janukowitsch zusammen, hauptsächlich die Anhänger der Partei der Regionen, verschiedene Gruppierungen aus allen neun Oblasts des historischen Neurusslands, die Donkosaken und weitere pro-russische Organisationen und Einzelpersonen. Nach dem Sturz des gewählten Präsidenten stieg auf dem Antimaidan ein Mann auf die Barrikaden und hielt eine flammende Rede. Sein Name: Aleksei Borisovich Mozgovoy.

Obwohl es sich um einen der wichtigsten Protagonisten des Konflikts auf der pro-russischen Seite handelt, ist der Name Mozgovoy wohl nur wenigen Leserinnen und Lesern ein Begriff. Kurz zu seiner Biografie vor dem Ausbruch der Krise: Aleksei Mozgovoy, gebürtiger Donkosak, wurde im Jahr 1975 im Rayon Svatovskiy, Oblast Lugansk, geboren. Er diente sieben Jahre als Kontraktsoldat in den ukrainischen Streitkräften, arbeitete als Metallarbeiter und Konstrukteur, zuletzt war er Koch in der russischen Metropole Sankt Petersburg. Daneben war er Solist des Svatovye-Kosaken-Chores. Zu Beginn der Krise kehrte er umgehend in die Ukraine zurück und wurde zu einem der Organisatoren des Antimaidan. Über seine Vita redet der Kosak nur selten. »Mein Leben hat erst jetzt begonnen«, so Mozgovoy bedeutsam.

Nach dem Sturz des Präsidenten verließ Aleksei Mozgovoy die ukrainische Hauptstadt. In Lugansk bildete er die erste Miliz. Er war einer der wenigen Menschen, die vom Übergang der Unruhen zu einem bewaffneten Konflikt sehr früh überzeugt waren. Aus der Miliz wurde das Mechanisierte Bataillon ›Prizrak‹ mit knapp 1.000 Angehörigen. Die ironische Bezeichnung ›Prizrak‹ (Gespenst) wählte der Verband selbst, da er von den ukrainischen Militärbehörden und Medien mehrfach totgesagt wurde, obwohl es nur rund 40 Mann an Verlusten zu beklagen gab.

Heute ist das Bataillon zur Brigade mit etwa 2.000 Kämpfern angewachsen. Das Hauptquartier befindet sich in der Stadt Alchevsk. Anfangs unterstellte sich Mozgovoy dem Militärchef von Donezk, dem russischen Oberst d. R. Igor Strelkov. Zum Bestand der Brigade gehören u.a. die Bataillone ›Prizrak‹, ›Aleksander Newski‹ und ›Jermak‹, ein humanitäres Bataillon und eine Einheit, in der 15- bis 17-jährige Freiwillige zusammengefasst sind. Letztere werden, ähnlich der russischen Suvorov-Schüler, zwar militärisch ausgebildet, aber nicht in den Kampf geschickt. Dies hat in Russland nach wie vor Tradition.

Wie für einen Kosaken obligatorisch, gehört der bekennende Christ Mozgovoy der orthodoxen Kirche an. Er gilt als streng im Glauben. Unlängst initiierte er eine Prozession mit der Ikone der Gottesmutter von Tichwin, die der Legende nach vom Evangelisten Lukas noch zu Lebzeiten Marias gemalt wurde. Tichwin ist übrigens der Geburtsort des bekannten russischen Komponisten Nikolai Rimski-Korsakow.

Aleksei Mozgovoy gilt im Donbass als ein Mann des Volkes. Das Ergebnis einer Umfrage setzte ihn - neben Igor Strelkov - an die Spitze der Menschen, denen man die Lösung der Krise und eine führende Rolle im künftigen Neurussland zutrauen würde. Der Zulauf zu seinem Verband ist ungebrochen stark. In seinen Einheiten dienen vorwiegend ukrainische Staatsbürger, aber auch einige Freiwillige aus Russland, Serbien, Frankreich, Tschechien, Brasilien und weiteren Ländern. Und für die Donkosaken ist der Donbass ohnehin Teil ihrer angestammten Heimat. Dieser Heimatbegriff hat auch für Mozgovoy eine hohe Bedeutung, wenngleich er seine Nationalität mit ›Mensch‹ angibt.

Die Brigade ›Prizrak‹ und deren Kommandeur legen größten Wert auf ein gutes Einvernehmen mit der Bevölkerung des Donbass. Mit hohem Aufwand versorgt der Verband die Zivilbevölkerung bestmöglich mit Nahrungsmitteln und wichtigen Gütern, betreibt einige Suppenküchen und unterstützt mehrere Schulen und Heime in der Stadt Alchevsk und deren Umgebung. Der Kommandeur agiert mit väterlicher Strenge, und während man den mittelgroßen und stämmigen Mann meist mit einem ernsten und beherrschten Blick sieht, umspielt im Beisein von Kindern ein gütiges Lächeln seinen Mund. Er ist den Menschen zugeneigt, stellt aber Anforderungen an sie. Auch in sittlicher Hinsicht. Für seine Milizionäre besteht ein strenges Alkoholverbot, besonders Frauen sollen sich nicht öffentlich betrinken.

Mozgovoys Popularität und Autorität, die Loyalität seiner Kämpfer und die Zuneigung der Bevölkerung, vor allem aber seine Vorstellungen von der Zukunft, machen ihn auch in den eigenen Reihen zu einem unbequemen Mann. Der Kommandeur ist ein charismatischer Schwärmer. Ein Visionär. Sein Ideal ist nicht die Zerstückelung der aufständischen Gebiete in kleine Volksrepubliken, sondern ein geeintes, souveränes Neurussland unter einer einheitlichen Regierung. Damit stellt er sich gegen die pro-russischen Politiker in Donezk und Lugansk, die sich mit den beiden Oblasts begnügen würden. Er stellt ihre Legitimität in Frage und wendete sich im Vorfeld gegen die nun abgehaltenen Wahlen. »Wir befinden uns im Krieg gegen den Faschismus und die Oligarchen«, begehrte der Kommandeur auf. »Inmitten des Kampfes darf es keine Wahlen geben, sondern es gilt das Primat des Militärs.« Für ihn, den Traditionalisten, entspricht seine Haltung dem guten russischen Brauch im Kriege. Er teilt diese Gesinnung mit Igor Strelkov.

Korruption und Bestechlichkeit gehören in den Augen des Brigadekommandeurs zu den großen Übeln in der Ukraine. Argwöhnisch beäugt er auch die eigenen politischen Führungen in Lugansk und Donezk. Einzelnen unterstellt er Postenhascherei. Mozgovoy erwähnt, dass auch ihm finanzielle Angebote unterbreitet worden sind, die er allesamt ablehnt hat. Doch er ist ohnehin bescheiden. Er sagt: »Ich habe eine Uniform, ich habe Stiefel, das ist genug für mich. Es wäre mir zu anstrengend, die Säcke voller Geld abzuholen.«

mozgovoy

In die deutschen TV-Nachrichten schaffte es Mozgovoy im Oktober 2014 mit seiner Einberufung eines Volkstribunals in Alchevsk, auch wenn er nicht namentlich genannt wurde. Um die 300 Menschen urteilten damals durch Abstimmung über zwei Vergewaltiger, von denen einer zum Tod durch Erschießen verurteilt wurde. Nein, es wurde niemand erschossen. »Jedem Menschen stehen Berufung und Urteilsüberprüfung durch eine obere Instanz zu«, bestimmt der Brigadekommandeur im Nachgang. Dann erläutert er die Sichtweise der meisten Anwesenden: »In einer Zeit, in der unschuldige Kinder, Frauen und Alte getötet werden, soll ausgerechnet der Schuldige geschont werden?«, haben sie sich gefragt.

Nun, Mozgovoy ist gewiss nicht der Typ eines gewissenlosen Despoten und Blutgerichtsherrn. Er will eine Volksdemokratie im Donbass, in ganz Neurussland, etablieren und testet aus, wie diese sich gestalten könnte. Auf eine nach vorherrschendem westlichem Verständnis unverständliche, archaische Weise bindet er die Menschen ins politische Geschehen ein. Er will, dass sie mitgestalten - und mitentscheiden. »Wir sind viele Menschen mit vielen unterschiedlichen Ansichten«, sagt der Kommandeur in einem Interview, »wir wollen von allem das Beste nehmen und etwas zutiefst Humanes schaffen.«

Für Vertreter der westlichen Demokratieformen einerseits und für slawische Traditionalisten andererseits bestehen große Unterschiede in der Definition von Humanismus, die vor allem auf dem Gegensatz zwischen individueller und kollektiver Freiheit beruhen. So ist der Brigadekommandeur ein entschiedener Gegner der Revolution in Russland 1917 und findet, dass fast alles falsch gemacht wurde, gleichzeitig ist er aber auch gegen Ausbeutung, soziale Verwerfungen und zu große gesellschaftliche Unterschiede. Daher lehnt Mozgovoy die Eliten-Herrschaft ab, und deswegen gehören auch die Oligarchen zu seinen Gegnern. Die bisherige Entwicklung der Ukraine bezeichnet er als Etablierung einer Feudalherrschaft, die gegenwärtige Regierung ist für ihn - und viele andere - eine von Faschisten zersetzte, an die Macht geputschte Junta.

Wie auch immer, jedenfalls kann man die Vorgänge im Donbass ohnehin nur verstehen, wenn man bereit ist, die russische Seele zu begreifen und sich mit bestimmten gewachsenen Traditionen zu beschäftigen. Aus diesem Grund befasse ich mich eher mit den Beteiligten als mit politischen Hintergründen. Die Menschen vor Ort, ihre Beweggründe und Sehnsüchte, sind der Schlüssel zum umfassenden Ergründen der Situation. Es ist nicht damit getan, Menschen pauschal in ›gut‹ und ›böse‹ einordnen zu wollen. Kaum jemand von uns würde sich selbst als ›böse‹ einstufen, auch dann nicht, wenn man eigentlich noch keinem Menschen je etwas wirklich Gutes getan hat. Der Blick muss also tiefer gehen.

Aber bleiben wir bei Aleksei Mozgovoy. Er ist ein Rebell und Visionär. Seine Vorstellungen von einer lebenswerten Gesellschaft für die Vielen, die freilich im Gegensatz zu einer erstrebenswerten Gemeinschaft für den Einzelnen stehen, haben ihn zum Aufständischen werden lassen. Er ist einer von rund 35.000 Milizionären des Donbass und einer von mehreren Millionen Menschen in der Ukraine, die ihre Zukunft eher mit der Russischen Föderation als mit der Europäischen Union gestalten wollen. Und von Odessa bis Charkov warten zahllose pro-russisch eingestellte Menschen auf die Milizen des Donbass, um sich ihnen anzuschließen. Die Befindlichkeiten des Kreml sind längst in den Hintergrund geraten. Die Akteure haben sich verselbständigt.

»Wir bekommen Unterstützung aus Russland, aber sie könnte größer sein«, gesteht Mozgovoy gegenüber Journalisten unumwunden ein. Zu Präsident Putin persönlich äußert er sich nicht. Putin ist einer der gewählten Atamane der Kosaken, und kein Kosak kritisiert öffentlich einen Ataman. Das ist ein ungeschriebenes Gesetz. Dennoch kann der aufmerksame Beobachter eine gewisse Unzufriedenheit des Brigadekommandeurs hinsichtlich des mangelnden Beistands durch Russlands Staatsführung erkennen. Das lässt man ihn spüren, nur mit großem Aufwand und der Unterstützung Igor Strelkovs konnte er die angedachte Auflösung seiner Brigade abwenden. Letztlich hat Mozgovoy sich durchgesetzt. An ihm führt kein Weg vorbei, hat man in Lugansk einsehen müssen, es geht nicht ohne ihn, auch wenn es manchmal nur schwer mit ihm geht. Nach einer Aussprache zwischen dem Lugansker Republikchef Igor Plotnizki, Ataman Nikolai Kozitsyn von der Großen Donarmee und Aleksei Mozgovoy, also den drei wichtigsten Militärbefehlshabern in der Region Lugansk, rückt man wieder enger zusammen.

Der Brigadekommandeur Mozgovoy, dessen Einfluss sich auf sein persönliches Charisma und das hohe Ansehen bei zahllosen Bewohnern der Ostukraine stützt, handelt oft eigenmächtig. Der Traditionalist geht ab und an unkonventionelle Wege. In mehreren Videokonferenzen mit der Gegenseite, die nicht unkritisiert geblieben sind, stellt er seine Positionen dar und hört seinen Widersachern aufmerksam zu. Mozgovoy will keinen Krieg, aber auch keinen Burgfrieden, der die Zukunftsinteressen der Bevölkerung und deren Recht auf Selbstbestimmung ignoriert.

Um zum Ende zu kommen: Aleksei Borisovich Mozgovoys eigene Zukunft ist ebenso ungewiss, wie die der anderen Menschen im Donbass. Er ist bereit für Kampf und Tod. »Sterben müssen wir alle«, sagt er. Er würde dennoch lieber seine Vorstellungen verwirklichen. Mosgovoy ist das Idealbild eines Kosaken: Stark und eigensinnig, kämpferisch und hart, gläubig und sittenstreng, auf das Wohl der Gemeinschaft bedacht und bisweilen widersprüchlich im Denken und Handeln. Doch im Gegensatz zu anderen Menschen hat er ein klares Ziel, ein deutliches Zukunftsbild vor Augen. Dafür kämpft er, dafür engagiert er sich - gegen alle Widerstände.

Eigentlich

unterschreibe ich nur selten Online-Petitionen, weil die Masse davon eh im Papierkorb landet, aber in diesem Fall mache ich gern eine Ausnahme. Über eventuelle Mitzeichnerinnen und Mitzeichner würde ich mich sehr freuen.

Danke!

ZUR PETITION

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Gedanken zu Islam und Islamisierung

Im Islam gibt es zwar Rechtsschulen und Rechtsgelehrte, aber keine Strukturen und Hierarchien im eigentlichen Sinne, wie bspw. die christlichen Bistümer. Da es kein gemeinsames Lehramt in den einzelnen Strömungen des Islam gibt, ist für jede muslimische Gemeinschaft die eigene Auslegung des Koran die richtige und die anderen Auslegungen die falschen. Dies führt dazu, dass bei einer Betrachtung der Aussagen der Vertreter verschiedener Muslimorganisationen Alles und Nichts der Islam sein kann. Derzeit prallen zwei Grundhaltungen in Deutschland aufeinander. Simpel dargestellt:

Grundhaltung 1: Der Islam ist eine harmlose Religion, weil meine Nachbarn Gülcan und Murat harmlos und sympathisch sind. Deswegen sollen noch viel, viel mehr Muslime nach Deutschland und Europa kommen, auch weil wir sie für unseren Wohlstandserhalt brauchen. Gefährliche Strömungen des Islam, wie der Salafismus, werden bagatellisiert.

Grundhaltung 2. Der Islam ist eine gefährliche Religion, weil im Namen Allahs Andersgläubige und -denkende massakriert werden. Deswegen sollten Deutschland und Europa bevorzugt die Angehörigen verfolgter Minderheiten aufnehmen. Auch harmlose Strömungen des Islam werden mit Vorsicht betrachtet.

Beides ist teilweise richtig. Je nach Religionsauslegung durch die jeweilige Gemeinschaft kann der Islam harmlos oder gefährlich sein. Nun hat irgendwann die Politik im Einklang mit der nach Billigarbeitern lechzenden Wirtschaft einseitig Deutschland zum Einwanderungsland erklärt. Anhänger einer multikulturellen Gesellschaft begrüßten diese Entwicklung, ohne auf die negativen Auswirkungen zu achten, Befürworter der christlich-abendländischen Kultur lehnten besonders die Zuwanderung von Muslimen ab, weil sie von ausschließlich negativen Folgen ausgingen. Gefragt wurde die deutsche Bevölkerung jedenfalls nicht. Es fanden keine Diskussionen statt. Man hat nicht festgestellt, ob die Gesellschaft überhaupt geneigt war, Teile der eigenen Kultur in den Hintergrund zu stellen und gleichzeitig anderen Kulturen öffentlichen Raum zu überlassen.

Nun sympathisieren rund 75 Prozent der Menschen in Deutschland gänzlich oder teilweise mit der Organisation ›Pegida‹ - den ›Patriotischen Europäern gegen die Islamisierung des Abendlandes‹. Weite Teile der Politik und der Medien bekommen nun Schnappatmung. Anstatt die Probleme anzupacken und die von den Bevölkerungsmehrheiten vorgegebenen Themen zu bearbeiten, verunglimpft man die Teilnehmer an den Pegida-Demonstrationen und stellt sie an den extrem rechten Rand.

Gibt es die Islamisierung des Abendlandes? Ja und Nein. Die offizielle Politik erlässt keine Gesetze, durch die Muslime bevorzugt werden. Der Staat ist säkular und gibt keiner Religion einen Vorrang. Dadurch verliert allerdings die kulturstiftende Religion Europas, das Christentum, ihre Bedeutung. Alle Religionen sind gleich, alle Befindlichkeiten sind gleichwertig. Das Resultat: Durch jahrelange Einflussnahme durch Politik und Medien räumt der ›Abendländer‹ freiwillig und vorauseilend das Feld und überlässt es den ›Morgenländern‹ - meist ausgerechnet den Radikalen, weil diese ihre Forderungen am nachdrücklichsten formulieren.

So akzeptieren Staat und Teile der Gesellschaft die Burka, separate Badezeiten für muslimische Frauen, getrennten Sportunterricht von Mädchen und Jungen, die ›Kamel-Fatwa‹, Umbenennungen christlicher Feiertage, Schweineschnitzelverzicht in öffentlichen Einrichtungen usw. Wo solche Eigenartigkeiten nicht von muslimischen Verbänden und Gruppen erstritten werden, hilft das linksliberale Bildungsbürgertum, das sogar in der Anrede Herr/Frau irgendwelche Diskriminierungen sieht, in vorauseilendem Gehorsam nach. Nicht die Politik beharrt auf ›Winterfeste‹ statt Weihnachtsmärkte, sondern ein stets pikiertes ›Bessermenschenmilieu‹.

Viele Menschen sehen darin hingegen den Vormarsch des Islam in der gesamten westlichen Welt. Da wird schnell jeder Muslim als bedrohlich angesehen. Gleichzeitig kann jedoch niemand ein islamisches Land benennen, in dem Minderheiten NICHT unterdrückt oder diskriminiert werden. Und nun schauen wir nach Pakistan, in den Irak, nach Syrien. Der Islam der Taliban und der IS macht selbst den muslimischen Pakistanern und dem übermäßig strengen saudischen Islam Angst. Erinnern wir uns auch an Afghanistan und Mali. In der Tat gewinnt gerade der gewalttätige Teil des Islam weltweit in immer mehr Ländern an Einfluss und verbreitet Angst und Schrecken.

Dem sollte man nicht blind oder blauäugig begegnen, dies darf man nicht aus ideologischen Sichtweisen heraus übersehen. Die Sorgen und Befürchtungen der Menschen sind vielleicht überzogen, aber nicht grundlos, auch wenn natürlich die meisten Muslime in Deutschland sich nicht mit Terroristen und Extremisten solidarisieren. Doch sind es eben die dritte und vierte Generation der Muslime, in denen der Radikalisierungsprozess sich vollzieht. Es sind junge Menschen, die hier geboren wurden, aufwuchsen, die Schule besuchten. Die westlichen Werte sind ihnen dennoch fremd geblieben. Eben das macht Angst. Weil mitten unter uns ›tickende Zeitbomben‹ leben.

Dienstag, 16. Dezember 2014

Spruch der Woche

»Demokratie ist, wenn 75 Prozent der Menschen die Klappe halten!« - Taras Sirko, Stammtisch-Philosoph

Montag, 15. Dezember 2014

Tja, liebe Politiker,

dank eurer Bevormundungsallüren habt ihr heute noch 5.000 'Pegidas' mehr auf die Straße gebracht. Ihr habt es echt drauf, das muss man euch lassen ...

Die Ukraine und die Nazis

Gern und oft wird das Zusammenwirken der Kiewer Regierung mit offen faschistischen Kräften geleugnet - hier wie dort. Das Leugnen ändert jedoch nichts an den Tatsachen. Zwei Beispiele:

1. Anfang November 2014 wurde ein gewisser Wadim Trojan von Ministerpräsident Jazenjuk und Innenminister Awakov zum Polizeichef der Region Kiew ernannt. Trojan gehört der rechtsextremen Miliz ›Asow‹ an und ist deren Vizekommandeur. Und er ist Mitglied der Nazigruppe ›Wotanjugend‹ (schreibt sich auch in der Ukraine deutsch) sowie der Gruppe ›Patriot der Ukraine‹, einer paramilitärischen rechten Organisation. Letztere Gruppe wurde bekannt durch ihren Rassismus und durch Angriffe auf Ausländer.

trojan

2. Bei einem Besuch der ukrainischen Truppen und Milizen am hart umkämpften Flughafen Donezk durch den ukrainischen Präsidenten Poroschenko kam es zur Einbürgerung des berüchtigten weißrussischen Nazis Sergej Korotkov. Auch dieser gehört zum Nazi-Regiment (vormals Bataillon) ›Asow‹ und kommandiert dessen Geheimdienst.

korotkov

Noch Fragen?

Donbass-News

Humanitäres

Einer der Oligarchen zeigt Mitgefühl mit den Menschen im Donbass: Rinan Achmetov, u.a. Besitzer des Donbass-Stadions in Donezk, hat einen aus 22 LKW bestehenden Konvoi mit 400 Tonnen Hilfsgütern von Dnepropetrovsk nach Donezk geschickt. Die Fahrzeuge, beladen mit Nudeln, Mehl, Haferflocken, Keksen, Pflanzenöl und Kondensmilch, kamen allerdings nur bis nach Bogadyr nahe der Stadt Kurakhovo, rund 30 km vor Donezk.

Dort wurden sie an einer Straßensperre von Angehörigen des Freiwilligenbataillons Dnepr-1, das dem ukrainischen Innenministerium untersteht, aufgehalten. Damit wollen die Freischärler die Freilassung aller Kriegsgefangenen erzwingen. Unlängst hatten die pro-russischen Milizen den Austausch ALLE gegen ALLE vorgeschlagen, was die Kiewer Regierung jedoch ablehnte. Bislang wurden Gefangene im Verhältnis 1 zu 1 ausgetauscht.

Lage in Charkov

Die Kiewer Wochenzeitung ›Correspondent‹ veröffentlichte Daten eines soziologischen Forschungsinstituts, die für die ukrainische Regierung beunruhigend sind. Der Direktor des Instituts, Denis Podyachev, spricht von einer »buchstäblich explosiven Stimmung in der Stadt Charkov.« Weiter heißt es: »Durch ungünstige Umstände, wie die Verschlimmerung der sozialen Lage, könnte es wie im Donbass zur Abspaltung kommen.«

Für 60% der Einwohner Charkovs ist ihre Ausrichtung klar: 35% sind pro-russisch, 25% pro-westlich und 40% unentschlossen. Es wird davon ausgegangen, dass viele Einwohner wegen der umfangreichen Präsenz von Soldaten und Freischärlern ihre Ansichten nicht offen äußern. Podyachev erklärt auch das pro-westlich bzw. pro-ukrainisch wirkende optische Erscheinungsbild der Stadt: »Die Patrioten (Anm.: die pro-westlichen/pro-ukrainischen Kräfte) sind aktiver und sichtbarer. Daher dominieren die blau-gelben Fahnen.«

In der Tat kämpfen Einwohner der Stadt und der Region Charkovs in den pro-russischen Milizen. Eine bewaffnete Gruppe, die sich als ›Charkov-Partisanen‹ bezeichnet, stört den Nachschub der ukrainischen Truppen - teils recht empfindlich. Auch für die Soziologen besteht Grund zur ernsten Besorgnis wegen des unentschiedenen Teils der Bevölkerung. »Viele scheuen die Konfrontation mit der Staatsmacht«, so der Forschungsdirektor. »Doch wenn die Truppen die Stadt verlassen würden, gerieten die ›Patrioten‹ umgehend stark in die Minderheit.

Drinnen Geiselnahme,

draußen Selfie-Süchtige. Lachende und grinsende Menschen fotografieren sich selbst vor dem Lindt-Café in der australischen Metropole Sydney, in dem ein der IS nahestehender Geiselnehmer um die 30 Menschen in seiner Gewalt hält, angeblich vier Bomben in der Stadt versteckt hat und nach einer IS-Terrorfahne verlangt.

Dumm wie Brot, emotionslos wie Kies, möchte man meinen. Und solche Vollpfosten füllen dann womöglich eine halbe Stunde später die Kommentarspalten der sozialen Netzwerke und Qualitätsmedien mit ihren Ergüssen über die harmlosen Islamisten und die pöhsen Nazis aus der Mittelschicht.

Link: Brot und Kies beim Training

Sonntag, 14. Dezember 2014

Liebe Rhein-Zeitung,

die Mauer in euren Köpfen ist anscheinend noch nicht gefallen, sonst wüsstet ihr nach zig Jahren Solidaritätszuschlag, dass diese Sondersteuer gleichermaßen im Westen UND im Osten gezahlt wird ... *kopfkratz*

superschlau

Oleg Michailov

Über Oleg Michailov gibt es bereits ein Kurzporträt. Nun, da ich seine ganze Geschichte erfahren habe, will ich sie weitererzählen.

Link: Ehemann. Vater. Sohn. Soldat.

Samstag, 13. Dezember 2014

Gesichter des Donbass

Zwei neue Kurzprofile:
Pavel Dremov und Evgeniy Ishchenko.

Eine harmlose Gefahr

In einer freiheitlichen Gesellschaft sind die Demonstrations- und Meinungsfreiheit hohe und schützenswerte Güter. Sobald man allerdings den Menschen, die der etablierten Politik gegenüber nicht konforme Ansichten vertreten und dafür auf die Straße gehen, pauschal mit Verunglimpfung und Unterstellungen begegnet, verstößt man gegen die eigenen Wertmaßstäbe. Jedes Bedenken von Bürgerinnen und Bürgern hinsichtlich sensibler Themen, wie bspw. die sogenannte Islamisierung Europas, ist wahlweise also ›dumm‹ oder ›rechtsradikal‹. Die Vehemenz, mit der gegen die Demonstrierenden vorgegangen wird, ist selbst schon radikal. Aber gegen ›Dumme‹ und ›Nazis‹ ist anscheinend alles erlaubt (nur nicht in der Ukraine).

Die Furcht vor dem Islam hat gute Gründe. Wer hierzulande multikulturelle Straßenfeste von Wahhabismus und Salafismus nicht zu unterscheiden vermag und alles für Islam hält, kann kaum mitreden, sondern höchstens ideologisches Gefasel von sich geben. Weltweit leiden religiöse und ethnische Minderheiten unter muslimischen Mehrheitsgesellschaften. Alle fünf Minuten stirbt ein Christ durch die Hand muslimischer Mörder, die sich auf Koran und Scharia berufen. Seltsamerweise soll das nichts mit dem Islam zu tun haben.

Natürlich ist die Mehrheit der Muslime nicht radikal. Es hat aber eine winzig kleine Terrorzelle ausgereicht, um das Massaker von 9/11 auszuführen. Und soll der Bürger auf Behörden vertrauen, die einerseits mit dem Verweis auf terroristische Gefährder den Überwachungswahn auf die Spitze treiben, und andererseits die zuvor verkündeten Gefahren im Hinblick auf ›Multikulti‹ relativieren und verharmlosen?

Auch die Masse der Asylsuchenden und Flüchtlinge sind friedfertig. Es gibt aber auch Auswüchse, die zur Vorsicht mahnen. Hier und hier kann man sich damit näher beschäftigen. Solche Vorfälle werden gern ignoriert oder heruntergespielt. Damit sendet man den Besorgten ein verheerendes Signal.

Mehr noch: Der Oberbürgermeister von Düsseldorf stellt das im frühen Mittelalter von den Muslimen unterworfene Andalusien als »größte kulturelle Blüte des Abendlandes« dar. Der Historiker Michael Hesemann, Autor von nicht weniger als 39 Fachbüchern, davon zwei über den Islam, schrieb daraufhin eine Klarstellung - nachzulesen bei Elsa Laska.

Der Koran erwähnt rund fünfzig Mal den Jihad, den ›heiligen Krieg‹, teilweise in Abwandlungen. In der Regel ist immer der Krieg gegen Andersgläubige gemeint. Nun muss man wissen, dass gemäß des Glaubens der Muslime der Koran die wortwörtliche Offenbarung Allahs an den Gesandten Mohammed ist. Das allein ist gefährlich. Stellt man sich dazu vor, dass es weltweit Zehntausende islamische ›Gotteskrieger‹ gibt, die Hunderttausende Unterstützer haben, muss man sich ganz genau überlegen, ob man dieser Gefahr endlich die gebührende Beachtung schenkt und daraus Schlussfolgerungen zieht, oder doch lieber den vorsichtigen Bürgerinnen und Bürgern die Prädikate ›dumm‹ und ›rechtsradikal‹ anhaftet.

Nun gut, nichts setzt weniger Verstand voraus, als Andersdenkenden die Motive Hass und Hetze zu unterstellen. Somit vermeidet man jedoch höchstens jedwede demokratische Auseinandersetzung mit sensiblen Themen. Es scheint, als würde die Angst der Regierenden und diverser gesellschaftlicher Gruppen vor eben jenen, die angeblich so harmlos und friedfertig sind, nach und nach die Freiheit außer Kraft setzen.

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Noch mehr Illusionen

»Der Donbass ist völlig unrentabel und muss vom übrigen Staat subventioniert werden.« - Arsenij Jazenjuk, Frühjahr 2014

»Zwanzig Prozent der ukrainischen Wirtschaft sind in den Regionen Lugansk und Donezk konzentriert. Durch die russische Aggression haben wir 20 Prozent des Umsatzes, 20 Prozent der Deviseneinnahmen und 20 Prozent des wirtschaftlichen Potenzials des Staates verloren.« - Arsenij Jazenjuk, Winter 2014

Ja was denn nun?

Die Macht der Illusionen

Wenn ich behaupte, dass Kornblumen gelb sind, und mein gesamtes Umfeld diese falsche Aussage immer wieder bestätigt, glaube ich sie irgendwann selbst. Es ist wie mit dem Verhältnis zwischen Politik und Presse: Der Politiker gibt dem Journalisten eine Falschinformation, dieser verbreitet sie in der Zeitung und der Politiker glaubt dem Pressebericht. Die Unwahrheit wird zur offiziellen Wahrheit.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko unterliegt auch einer Illusion, einer falschen Annahme, die zur vermeintlichen Wahrheit geworden ist. Er glaubt immer noch an die regulären russischen Truppen in der Ukraine, die noch niemand wirklich zu Gesicht bekommen hat. »Bitte zieht euch aus meinem (!) Land zurück, und wenn ihr die Grenzen schließt, gibt es in zwei, drei Wochen Frieden und Stabilität in der Ukraine.« Einen ›Frieden‹ wie im Irak oder in Afghanistan, meint er wohl eher? Ein Frieden, der den Willen breiter Einwohnergruppen ignoriert und der sich nur mit weiterer Waffengewalt behaupten kann? Ein Frieden wie in Odessa und Charkow, wo Tausende Sicherheitskräfte und Asow-Nazis jeden Widerspruch gegen die Kiewer Regierung unterdrücken?

Auch Zahlen können eine Illusion erzeugen. Das geht jetzt an Sie, werter Puettko. Klar, die meisten Deutschen haben eine eher positive Haltung zum Christentum, und viele sehen es als die kulturell angestammte Religion hierzulande an. Das ist nicht verwunderlich, trotz leerer Kirchen. Denn da gibt es die Kirchentagskirche, die Eventkirche, die Krankenhausbetreiberkirche, die Sozialamtskirche ...

Und - jetzt wird es schmerzhaft für einen Wissenschaftler - uninterpretierte Zahlen allein sind nur selten aussagekräftig. Die Mehrheit der Deutschen kann nämlich gut finden was sie will, ohne dass sich dieses Empfinden auf die Politik und den Alltag auswirkt. Der ›Sachverständige‹ drängt den ›Laien‹ heute komplett aus dem Geschäft. Den eher traditionsbewussten Christen, zu denen Sie nun mal nicht zählen, sind indes fast immer und überall die Zielscheibe. Selbst für andere Kreise innerhalb der Kirche. Ein ansonsten sehr netter Bekannter bspw. zieht die ›teufelssüchtigen Dunkelkatholen‹ mittlerweile in jeder seiner Kolumnen bei The European als Negativbeispiel heran, ganz gleich, ob es thematisch um Rechtsextremismus, Tierschutz oder Eierdiebstahl geht. Ich könnte natürlich das Banner des katholischen Traditionalismus hochhalten, aber 1) bin ich gar kein Traditionalist, aber auch kein Neo-Reformer, sondern irgendwo dazwischen, und 2) erreiche ich weit weniger Menschen als mein erwähnter Bekannter. Zu wenige für einen hohen Aufwand an Zeit und Geduld.

Wie im Kleinen ist es auch im Großen. Die Mehrheit der Menschen, die das Christentum positiv bewerten, werden von den ›Schneeflockenfestbefürwortern‹ und den ›Martinstofugansessern‹, die oft in jenen Positionen sitzen, in denen man eine Vielzahl von Menschen erreichen kann, schlicht übertönt - nicht selten sogar niedergebrüllt. Christen wie Sie, lieber Puettko, haben allerdings nichts zu befürchten. Sie hasst niemand. Dazu sind Sie zu angepasst an den sogenannten Mainstream.

Trotzdem ein frohes Fest!

Steppensturm

Taras Sirkos Schreibstube!

SIRKOS GÄSTE

Maulender Schriftsteller
Normseiten bis Ende 2014:
SOLL: 99 | IST: 74,33

GESPRÄCHE

Im biologischen Sinn
ist die Leihmutter die Mutter. Das Recht spricht ihr...
Taras Sirko - 19. Dez, 18:17
Elternschaft
Dass der Irrsinn von Jahr zu Jahr immer weiter um sich...
Treibgut - 19. Dez, 18:08
Auch gerne!
Hier gibt es übrigens ein Video von der erwähnten...
Taras Sirko - 18. Dez, 21:36
Gerne
Und jetzt kannst du bequem nachlesen. Dankeschön...
ElsaLaska - 18. Dez, 21:33

EHRUNGEN

Silbernes Ritterkreuz des Halunkenordens

SAVE THE DONBASS


Bären sind für Frieden und Menschlichkeit! Wider den Faschismus!

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